Österreich und seine Feste: so plant man ein Wochenende
Ein gutes Veranstaltungswochenende steht und fällt nicht mit dem Programm, sondern mit der Vorbereitung. Anreise, Unterkunft und Wetter entscheiden in der Praxis häufig mehr als die Besetzung des Line-ups.
Ein Überblick nach Regionen
Vorarlberg ist geografisch abgesetzt und orientiert sich kulturell stärker Richtung Bodenseeraum. Das zeigt sich auch im Veranstaltungsprogramm.
Salzburg lebt kulturell stark vom Sommer, Tirol und Vorarlberg vom Winter. Wer antizyklisch reist, findet in beiden Fällen ruhigere Bedingungen und günstigere Unterkünfte.
Wie man an Karten kommt
Ermäßigungen gibt es häufiger als gedacht, für Studierende, Senioren und Familien. Sie werden selten aktiv beworben und stehen meist im Kleingedruckten der Ticketseite. Einen Ausgangspunkt bietet die Zusammenstellung zu Kulturveranstaltungen in Österreich.
Viele kleinere Veranstaltungen verkaufen gar nicht online, sondern an der Abendkassa. Das ist unkompliziert, setzt aber voraus, dass man rechtzeitig vor Ort ist.
Programm für die Jüngeren
Treffpunkte für den Fall, dass man sich verliert, klärt man am besten vor dem Betreten des Geländes. Handyempfang ist bei vollen Veranstaltungen unzuverlässig.
Museen und Kulturbetriebe bieten an Feiertagen häufig Sonderprogramme an. Sie sind gut besucht, eine frühe Ankunft lohnt sich.
Was ein Veranstaltungswochenende kostet
Kombitickets mit Anreise sparen zweifach: beim Preis und bei der Parkplatzsuche. Sie werden meist direkt über die Verkehrsverbünde angeboten.
Das Ticket ist selten der größte Posten. Unterkunft und Anreise machen bei einem Wochenende außerhalb der eigenen Region meist den Hauptteil aus.
| Salzburger Festspiele | Salzburg | Ende Juli bis Ende August |
| Bregenzer Festspiele | Bregenz, Seebühne | Juli und August |
| Ars Electronica Festival | Linz | September |
| Jazzfestival Saalfelden | Saalfelden, Pinzgau | August |
Kleinere Veranstaltungen entdecken
Gemeindezeitungen und Aushänge am Ortsplatz sind dafür nach wie vor die beste Quelle. Vieles davon landet nie im Internet. Weitere Beiträge aus Österreich gibt es unter znaki.fm.
Die interessantesten Veranstaltungen stehen selten auf den großen Plakaten. Dorffeste, Hoffeste und kleine Konzertreihen werden fast nur lokal angekündigt.
Kulinarische Termine im Jahreslauf
Kürbis, Apfel und Kastanie füllen die Herbstkalender. In der Steiermark kommt das Kürbiskernöl als eigenes Thema dazu.
Bei Brauchtumsfesten ist das Essen oft der eigentliche Grund für den Besuch. Vieles davon wird nur einmal im Jahr und nur dort zubereitet.
Angebote für Menschen mit Behinderung
Barrierefreie Toiletten sind auf großen Geländen vorhanden, aber oft weit auseinander. Ein Blick auf den Lageplan vorab spart Wege.
Bei Festspielen gibt es teilweise Höranlagen und Übertitel. Wer darauf angewiesen ist, sollte das bei der Buchung angeben.
Worauf es hinausläuft
Ein guter Veranstaltungstag hat meist einen Höhepunkt und viel Leerlauf drumherum. Genau dieser Leerlauf ist der Teil, den man später in Erinnerung behält.
Wer den Jahresrhythmus einmal kennt, plant deutlich entspannter. Die großen Termine liegen jedes Jahr ungefähr gleich.
- Feiertage und lange Wochenenden im Kalender markieren
- Region festlegen, dann erst Termine suchen
- Unterkunft und Ticket gemeinsam buchen
- Rückfahrt vor der Anreise klären
Der Festivalsommer und seine großen Namen
Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.
Dazu kommen dutzende kleinere Open Airs, die oft nur regional beworben werden. Sie sind günstiger, weniger überlaufen und für viele die bessere Wahl.
Festspiele und klassisches Kulturprogramm
Die Bregenzer Festspiele sind vor allem für die Seebühne am Bodensee bekannt. Die Bühnenbilder dort sind aufwendig und werden über zwei Spielzeiten hinweg genutzt.
Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.
Das Veranstaltungsjahr im Überblick
Feiertage strukturieren den Kalender zusätzlich. Rund um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und den Nationalfeiertag am 26. Oktober häufen sich Veranstaltungen, weil lange Wochenenden entstehen.
Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.
Adventmärkte und Bälle
Die kleineren Märkte in den Bundesländern sind oft stimmungsvoller als die großen in den Innenstädten. Dafür haben sie eingeschränkte Öffnungszeiten, häufig nur an Wochenenden.
Die Christkindlmärkte öffnen üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte und laufen bis kurz vor Weihnachten. Allein in Wien gibt es über ein Dutzend davon, mit sehr unterschiedlichem Charakter.
Traditionelle Feste im Jahreslauf
Im Fasching haben besonders die westlichen Bundesländer eigene Traditionen, von Maskenumzügen bis zu regionalen Bräuchen mit teils jahrhundertealter Geschichte.
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht.
Unterkunft rechtzeitig klären
Für Veranstaltungen in den Landeshauptstädten ist die Anreise mit Bahn und Bus fast immer die bessere Wahl. Parkplätze sind knapp und an Veranstaltungstagen häufig gesperrt.
Bei Festivals außerhalb der Städte fahren oft eigene Shuttlebusse vom nächsten Bahnhof. Diese Verbindungen stehen auf der Veranstaltungsseite und nicht im regulären Fahrplan.
Häufige Fragen zu Veranstaltungen in Österreich
Wann beginnen die Christkindlmärkte?
Üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte. Sie laufen bis kurz vor Weihnachten, kleinere Märkte oft nur an Wochenenden.
Finden Open Airs auch bei Regen statt?
In den meisten Fällen ja. Abgesagt wird üblicherweise nur bei Gewitter oder Sturm, und dann meist kurzfristig über die Kanäle des Veranstalters.
Wann ist Ballsaison?
Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.
Die genannten Zeiträume geben den üblichen Jahresverlauf wieder. Einzelne Veranstaltungen können verschoben werden oder entfallen.